Artikel vom 25.05.2020

Altlasten: Schufa®*-Einträge stehen Soforthilfen im Weg



Nicht nur Kleinunternehmer, auch der Mittelstand ächzt unter der Corona-Krise. Soforthilfen versprechen: Ja, es kann weitergehen! Wären da nicht längt vergessene Schufa®*-Einträge, die die Ausschüttung dringend benötigter Mitteln verhindern. Zu Unrecht, meinen Kritiker: Auch Anträge von Unternehmen, die sämtliche Voraussetzungen erfüllen, werden abgelehnt.

Zahlungskräftig, trotzdem Antrag auf Soforthilfe abgelehnt

Die Bearbeitung von Kreditanträgen lässt derzeit oft auf sich warten - aus mehreren Gründen. Zum einen rechnet sich die Kreditvermittlung in der Coronakrise kaum. Darüber hinaus ist eine gewisse Skepsis ist zu spüren: Banken scheinen nicht nur den Aufwand zu scheuen, sondern auch Angst zu haben, auf einem Restrisiko sitzen zu bleiben. Welches eigentlich ausgeräumt sein sollte, seit der Bund eine Garantie auf die Rückzahlung gibt. Wie ist das Zögern zu erklären? Die beantragende Firma ist längst gesund und zukunftsfest - alles gut? Leider sind da noch alte Schufa®*-Einträge, die verraten: Dieses Unternehmen steckte einmal in der Krise, hat eine Insolvenzgeschichte. Altlasten, die solche Firmen trotz guter Liquidität durchs Raster fallen lassen.

Insolvenzverfahren erfolgreich durchlaufen? Trotzdem weiter in der Kartei

Etwas, das bei den Regelungen zu Soforthilfemaßnahmen schlicht vergessen wurde. Weshalb auch Unternehmen, die 2019 schon wieder solvent waren, aber noch einen Schufa®*-Vermerk aus den Jahren davor mit sich herumschleppen, bei Soforthilfen leer ausgehen. Wie kann das sein? Wer sich nach Insolvenz endlich über seine Restschuldbefreiung freuen kann, wird bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung trotzdem noch drei weitere Jahre mit einem Eintrag geführt. Wobei eine Löschung nicht umgehend erfolgt, sondern zum 31.12. des jeweiligen Jahres ausreichend ist. Im Extremfall bedeutet dies: Eine am 1. Januar erteilte Restschuldbefreiung sorgt praktisch erst ein Jahr später für eine wirklich lupenreine Schufa®*-Weste.

Wegen Corona: Pauschale Abwertung ganzer Branchen?

Der Bundesvorsitzende Liberaler Mittelstand Thomas Kemmerich (FDP) kritisiert die Auskunfteien Schufa®* und Creditreform®*. Diese stuften Unternehmen in der Coronakrise über Gebühr herunter. Dabei sei deren Situation auch ohne pauschale Herabsetzungen der Bonität auf "dünner Bewertungsbasis" schon schwer genug. Besonders Hotels, Gaststätten und Tankstellen streiche man die Kreditlinie und gefährde deren Existenz. Hier müssten Politik und Gesetzgeber eingreifen. Creditreform®* weist den Vorwurf der Abwertung ganzer Branchen zurück. Allerdings lasse das Zahlungsverhalten von Firmen tatsächlich zu wünschen übrig; ein "sprunghafter Anstieg" bei Bitten um Stundung sei zu verzeichnen. Die Einstufungen der Auskunftei trügen nur den Tatsachen Rechnung. Im Übrigen sei nur bei einer Minderheit der derzeit beobachteten 3,6 Millionen Unternehmen eine "Neuanpassung erforderlich" gewesen. Thomas Kemmerich bezweifelt jedoch, dass diese Prüfungen allesamt sorgfältig genug vorgenommen wurden - und fordert, Herabsetzungen der Bonität bei Erholung der Wirtschaftslage zu korrigieren.

Creditreform®*: Frühjahrsumfrage pessimistisch

Glaubt man der Frühjahrsumfrage der Creditreform®* zu Mittelständlern in Solingen, Remscheid, Leverkusen und umliegender Region, ist die Stimmung gedrückt. Die befragten Unternehmen vergaben für die Geschäftslage im Schnitt die Schulnote 2,9, verglichen mit 2,0 in 2019. Am besten ist noch die Bauwirtschaft mit 1,9 gelaunt. Händler und Dienstleistungsanbieter bewegen sich bei 2,8, die Industrie ist mit 3,3 Klassenletzter. Und die Zukunftserwartung sieht nicht besser aus: 47,7 Prozent rechnen damit, dass sich die Geschäftslage im kommenden Halbjahr weiter verschlechtert. Denn 46,3 Prozent der Firmen müssen aktuell Verluste verschmerzen, verglichen mit 10,9 Prozent im Jahr zuvor. Auch wurden - nach Schätzungen von Creditreform®* - in den letzten sechs Monaten fast 2000 Arbeitsplätze in der Region abgebaut.

Wissen, woran man ist: Hilfe suchen, Schufa®*-Selbstauskunft sichten

Was den Fokus auch auf die Situation verschuldeter Beschäftigter richtet, die angesichts von Kurzarbeit ihren Verpflichtungen nicht mehr wie geplant nachkommen können. Plötzlich rückt Privatinsolvenz als drohendes, vermeintlich abgewendetes Szenario wieder ganz nah. Schuldnerberatungen haben in der Corona-Krise noch mehr als ohnehin zu tun. Aber raten trotzdem dringend dazu, sich Hilfe zu suchen, statt die Realität zu verdrängen. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, ist ein Überblick über die Schuldensitutation der allererste, essentielle Schritt: Wie ist es um meine Bonität tatsächlich bestellt? Stimmen alle Schufa®*einträge, ist mein Scoring gerechtfertigt? Ein Antrag auf Selbstauskunft, der diesbezüglich Klarheit schafft, ist einer der Mosaiksteine - auf dem Weg in eine solvente Zukunft.

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